Willkommen bei AGA&EVA Spotlight! Hier zeigen wir die Vielfalt und Stärke der Frauen bei AGAPLESION. Erleben Sie Karrierewege, mutige Vorbilder und persönliche Interviews mit unserer Personalvorständin Constance von Struensee und unseren Role Models. Viel Spaß beim Lesen!
21. Januar 2026
Im Januar möchten wir euch Friederike Reinbott vorstellen: Seit 2023 hat sie die Leitung Pflegeentwicklung im AGAPLESION Diakonieklinikum Rotenburg inne. Ihre berufliche Laufbahn begann 2009 mit der Ausbildung zur Gesundheits‑ und Krankenpflegerin. Nach mehreren Jahren in der Neurologie übernahm sie ab 2019 Leitungsverantwortung in der praktischen Ausbildung. Begleitend absolvierte sie ein Bachelorstudium der Pflegewissenschaften sowie ein Masterstudium der Erwachsenenbildung.
1. Meine Funktion bei AGAPLESION
In meiner Funktion als Leitung für Pflegeentwicklung im Krankenhaus verantworte ich die Organisation und Struktur der pflegerischen Aus und Weiterbildung. Dazu gehört die Begleitung aller Ausbildungswege von der Pflegeassistenz über die Pflegefachpersonen bis hin zum Pflegestudium. Ein zentraler Bestandteil meiner Tätigkeit ist die Steuerung der Auswahlprozesse durch strukturierte Assessments sowie die Entwicklung von Konzepten für Pre- und Onboarding neuer Auszubildender und Studierender.
Ich bin zuständig für die konzeptionelle und pädagogische Ausgestaltung der praktischen Ausbildung, einschließlich der didaktischen Gestaltung und der disziplinarischen Führung der hauptamtlichen Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter. Darüber hinaus plane ich die praktischen Einsätze und übernehme die dazugehörenden administrativen Aufgaben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern wie Pflegeschulen und Hochschulen sowie in der internen und externen Netzwerkarbeit, unter anderem bei Veranstaltungen und Messen.
Zusätzlich übernehme ich eine Mentorenfunktion für Auszubildende und Studierende und beteilige mich an der Entwicklung von Lernangeboten und des Praxiscurriculums. Ich begleite pflegerische Projekte, zum Beispiel im Bereich Ernährung, Digitalisierung oder der Weiterentwicklung eines demenzsensiblen Krankenhauses. Darüber hinaus bin ich im Qualitätsmanagement tätig, insbesondere bei der Erstellung von Dokumentationen und der Prozessbegleitung.
Ergänzend befasse ich mich mit dem Einsatz akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen. Ich berate zu Studienmöglichkeiten und unterstütze deren berufliche Entwicklung während und nach dem Studium. Ziel meiner Arbeit ist es, Entwicklungsperspektiven in der Pflege zu fördern und eine qualitativ hochwertige Ausbildung und Begleitung sicherzustellen.
2. Bei AGAPLESION bin ich seit:
Meine berufliche Laufbahn begann 2009 mit der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Nach dem Examen arbeitete ich in der Neurologie und sammelte dort bis 2012 wertvolle berufliche Erfahrungen. Im Jahr 2014 begann ich ein Bachelorstudium der Pflegewissenschaften an der Hochschule Osnabrück, das ich erfolgreich abschloss.
2017 übernahm ich eine Tätigkeit mit anteiligem Einsatz in der Neurologie und in der freien Praxisanleitung. Ab 2019 wurde ich vollständig freigestellt und übernahm die Leitung der praktischen Ausbildung. In dieser Zeit begann ich zudem mein Masterstudium der Erwachsenenbildung an der Technischen Universität Kaiserslautern.
Im Jahr 2020 nahm ich eine einjährige Elternzeit in Anspruch. Anschließend setzte ich sowohl mein Studium als auch die Leitung der praktischen Ausbildung fort und schloss 2022 das Masterstudium erfolgreich ab. 2023 übernahm ich die Leitung der Pflegeentwicklung. Seit 2024 bin ich kontinuierlich in dieser Funktion tätig und setze meinen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung pflegerischer Aus und Weiterbildungsstrukturen sowie auf die strategische Entwicklung der Pflege im Krankenhaus.
3. Welche Botschaft möchtest du den Frauen bei AGAPLESION mit auf den Weg geben?
Ich möchte Frauen ermutigen, Herausforderungen als Entwicklungschancen zu begreifen. Schwierige Situationen bieten die Möglichkeit, zu lernen und Veränderungen aktiv mitzugestalten. Es ist wichtig, dranzubleiben, konstruktiv zu hinterfragen und sich aktiv einzubringen. Mit einer positiven, lösungsorientierten und selbstbewussten Haltung lassen sich die Herausforderungen der Gegenwart in Chancen für die Zukunft verwandeln.
4. Was schätzt du besonders an AGAPLESION?
An AGAPLESION schätze ich insbesondere die vielfältigen Entwicklungs‑ und Gestaltungsmöglichkeiten, die ein großes Unternehmen bietet. Gleichzeitig erlebe ich ein familiäres und wertschätzendes Miteinander, das die Zusammenarbeit im Alltag unterstützt und den fachlichen Austausch fördert.
Die Größe des Konzerns eröffnet zudem breite Perspektiven für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung und ermöglicht es, Projekte und Veränderungen in einem größeren Kontext zu denken und umzusetzen. Diese Kombination aus Struktur, Offenheit und Gemeinschaft empfinde ich als besonders wertvoll.
5. Was wünscht du dir bei AGAPLESION in Bezug auf die Frauenförderung noch?
In Bezug auf die Frauenförderung wünsche ich mir vor allem mehr Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu stärken. Flexible Arbeitsmodelle sowie die Möglichkeit, Führungsaufgaben auch in Teilzeit zu übernehmen, wären wichtige Schritte in diese Richtung.
Darüber hinaus halte ich gezielte Fortbildungsangebote für Frauen für sinnvoll, insbesondere in den Bereichen Führungskompetenz, Kommunikation und Selbstpositionierung. Ebenso wichtig ist aus meiner Sicht die aktive Unterstützung eines vielfältigen Rollenmodells, das berufliche Verantwortung und familiäre Aufgaben gleichermaßen berücksichtigt.
6. Auf dem Weg gelernt? Welche Hürden musstet du nehmen. Welche Ereignisse haben dich stark gemacht?
Mein beruflicher Weg ist von vielfältigen Erfahrungen geprägt, insbesondere durch die Arbeit in der neurologischen Pflege. Der Umgang mit emotional belastenden Situationen und unterschiedlichen Verhaltensweisen hat mir verdeutlicht, wie wichtig Empathie, Selbstreflexion und eine klare innere Haltung sind. Diese Erfahrungen haben mich darin gestärkt, auch in anspruchsvollen Situationen ruhig, strukturiert und lösungsorientiert zu handeln.
Das Pflegestudium hat mein fachliches Verständnis und meine professionelle Haltung weiterentwickelt und mir wertvolle Netzwerke eröffnet. Gleichzeitig habe ich früh gelernt, mit Kritik und Widerständen umzugehen, insbesondere in den ersten Berufsjahren. Diese Erfahrungen haben mich darin bestärkt, selbstbewusst für meine Positionen einzutreten, authentisch zu bleiben und Herausforderungen als Chance zur Weiterentwicklung zu nutzen.
7. Wer inspiriert dich?
Mich inspiriert vor allem meine Mutter. Sie stellte ihre eigene berufliche Laufbahn zugunsten der Familie, des landwirtschaftlichen Betriebs und eines Mehrgenerationenhaushalts zurück und übernahm dort zentrale organisatorische Aufgaben. Durch ihre hohe Lernbereitschaft, ihr Engagement und ihre Offenheit für neue Herausforderungen entwickelte sie sich stetig weiter und übernahm Verantwortung in unterschiedlichen Bereichen.
Besonders prägend war für mich ihre Fähigkeit, berufliche Aufgaben, familiäre Verantwortung und ehrenamtliches Engagement miteinander zu verbinden, ohne dabei ihre eigenen Werte aus den Augen zu verlieren. Diese Haltung begleitet und inspiriert mich bis heute.
8. So achte ich auf mich selbst
Um langfristig leistungsfähig zu bleiben, plane ich bewusst Auszeiten ein und schaffe Raum für Ausgleich. Sport spielt dabei eine wichtige Rolle, insbesondere Handball und Training im Fitnessstudio, die mir helfen, den Kopf freizubekommen. Ergänzend finde ich Erholung in ruhigeren Momenten, etwa beim Lesen, in der Sauna oder bei Spaziergängen mit meinem Hund.
Wichtig ist mir ein ausgewogenes Verhältnis von Aktivität und Entspannung. Zeit mit Familie und Freunden, kulturelle Veranstaltungen sowie Urlaube in der Natur, besonders in den Bergen, geben mir neue Energie. Eine besondere Kraftquelle sind meine Kinder, die meinen Alltag bereichern und mir viel Freude schenken.
9. Drei Dinge, die mich auf der Arbeit glücklich machen? Warum macht mir meine Arbeit Freude?
Besonders glücklich macht mich die Zusammenarbeit im Team der Praxisanleitung. Gemeinsam haben wir eine unterstützende und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre geschaffen, in der fachlicher Austausch und gegenseitige Wertschätzung selbstverständlich sind. Diese Zusammenarbeit erfüllt mich mit Stolz und gibt mir täglich Motivation.
Ebenso wichtig sind für mich die Anerkennung und das konstruktive Feedback im Unternehmen. Zu wissen, dass meine Arbeit gesehen und wertgeschätzt wird, stärkt mein Vertrauen in Entscheidungen und Projekte.
Darüber hinaus sind die engen persönlichen Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen eine große Bereicherung. Aus beruflichen Kontakten sind über die Jahre tragfähige und vertrauensvolle Verbindungen entstanden, die meinen Arbeitsalltag und mein persönliches Erleben nachhaltig positiv prägen.